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20 Jahre Klangwerkstatt

 

Am 7. und 8. November findet die Berliner „Klangwerkstatt - Festval für Neue Musik“ zum zwanzigsten Mal statt und ist somit das älteste durchgängig existierende Festival für Neue Musik in Berlin und sogar eines der ältesten in Europa.

 

Geschichte der Klangwerkstatt

Das Festival wurde 1989 von Peter Ablinger und Freunden unter dem Namen „Klangwerkstatt-Neue Musik in Kreuzberg“ gegründet. Ausgerichtet von der Musikschule Kreuzberg verstand sie sich zunächst als Plattform für die Aktivitäten der Musikschule im Bereich der Neuen Musik. Die zunehmende Zahl der an der Schule unterrichtenden spezialisierten Interpreten und Komponisten präsentierten eigene Werke und mit Schülergruppen erarbeitete Kompositionen.
Im Laufe der Jahre entstand durch die regelmäßige Zusammenarbeit mit vielen Berliner Komponisten, Ensembles und Institutionen ein Festival, das sich besonders um die Vermittlung Neuer Musik im Jugendbereich bemüht.

So hat die Klangwerkstatt in den letzten zwanzig Jahren einige Wandlungen erlebt. Die künstlerisch Verantwortlichen haben genauso gewechselt, wie die beteiligten Musiker und Ensembles.

Es gibt aber auch Konstanten über diese lange Zeit, wie die hohe Qualität der Kompositionen und ihre Realisation, die Konzentration auf Berliner Künstler und die ungezwungene Atmosphäre. Auch die beiden Schwerpunkte sind geblieben, die zur Klangwerkstatt gehören: nur aktuelle Kompositionen, möglichst viele Uraufführungen und die Förderung von jungen und „Neuberliner“ Künstlern.

Die Klangwerkstatt wird 20. Leider musste das Festival ausgerechnet in diesem Jubiläumsjahr extreme finanzielle Einschnitte der öffentlichen Förderungen hinnehmen. Um so erfreulicher ist es, dass es trotzdem gelungen ist, das Festival in fast unverminderter inhaltlicher und formaler Größe u.a. mit 20 Uraufführungen zu planen und durchzuführen. Weit über 50 direkt beteiligte Musiker in fünf professionellen und ebenso vielen Jugendensembles, sowie zahlreiche Komponisten haben dieses Jubiläumsprogramm mit ihrem Idealismus und ihrem Engagement möglich gemacht.

Nachdem in den vergangenen Jahren ein Teil des Festivals im “Studio 1“ des Künstlerhauses Bethanien stattgefunden hatte, wird in diesem Jahr die gesamte „Klangwerkstatt“ dort ausgerichtet werden.

 

Programm der Klangwerkstatt 2009

Das Festival wird eröffnet am Sonnabend den 7.11. um 16.00 Uhr mit dem gemeinsamen Konzert der beiden Jugendensembles der Musikschule Kreuzberg „multiphon“ und „Progress“ unter der Leitung von Sylvia Hinz. Zu hören sein werden hier musikalisch-performative Werke von  Alcides Lanza und Joke Kegel, sowie Uraufführungswerke von Matthias Kaul, David Lesser und Antonis Anissegos. Im Anschluss an dieses Konzert spielt das Ensemble „Teenmusik“ unter der Leitung von Helmut Zapf.

Der Abend beginnt an diesem Tag um 19.00 Uhr mit zwei Werken von Martin Grütter und Sarah Nemtsov für Sopran, Ensemble und Elektronik, die durch ihre epische Anlage eine hybride Stellung zwischen konzertantem Lied und musiktheatraler Inszenierung einnehmen.

Um 20.30 Uhr wird das renommierte Berliner“ensemble mosaik“u.a. mit zwei Uraufführungen zu erleben sein. Zum einen werden sie ein neues Werk von Wolfgang Heiniger für Instrumente und sieben selbstspielende Trommeln realisieren. Zum anderen „Fremdarbeit“ von Johannes Keidler, das in seiner innersten Struktur mit der Globalisierung in all seiner Fragwürdigkeit ernst macht, in dem es sich die Arbeit eines chinesischen Auftragskomponisten für Gebrauchsmusik und eines indischen Computerprogrammierers zunutze macht und sich selbst plagiiert.

Der zweite Festivaltag am Sonntag den 8.11. beginnt um 16.00 Uhr mit der Uraufführung einer neuen Arbeit von Juliane Klein. Die musiktheatererfahrene Komponistin wird im Vorfeld ein raumbezogenes Stück für 12 Akkordeonschüler unter der Leitung von Nancy Laufer entwickeln.

Um 17.00 Uhr empfängt die Klangwerkstatt erstmals das Jugendorchester der Musikschule Marzahn unter der Leitung von Jobst Liebrecht als Gast. Neben Werken von Francesco Filidei und Bernd Redmann soll vor dem Haus die „Symphonie 3.0.“ für 6 Autohupen von Moritz Eggert aufgeführt werden. Höhepunkt dieses Konzerts ist mit Sicherheit die Realisation einer orchestralen Version des Minimalklassikers „In C“ von Terry Riley.

Im Anschluss daran spielt das „Ensemble XelmYa“ Uraufführungen von Werken für Blockflöte, Violine und Violoncello von Makiko Nishikaze, Armando Torres und Jieun Jun. Weitere Stücke für diese seltene und spannende Besetzung von Violeta Dinescu und Miguel Farias Vasquez komplettieren das Programm.

Um 19.00 Uhr gibt es die Uraufführung eines Trios von Helmut Oehring, interpretiert von Susanne Stock (Akkordeon), Daniel Göritz (E-Gitarre) und Matthias Bauer (Kontrabass). Im Anschluss sind die Musiker zusammen mit dem finnischen Akkordeonisten Timo Kinnunen in amüsanten Improvisationen über ein bulgarisches Volkslied, über Tango und über Musik von Purcell zu erleben.

Den Abschluss des Festivals bildet ein Konzert des Ensembles „Junge Musik“ unter der Leitung von Helmut Zapf. Im Mittelpunkt stehen hier die Uraufführungen von Ensemblestücken von Michael Hirsch, Matthias Bauer und Lefteris Veniadis, sowie die Berliner Erstaufführung eines Werkes von Peter Köszeghy.

 

Specials - Einfälle

Durch das Programm am Samstag, 7.11. wird der Schlagzeuger Matthias Engler immer wieder kurze Solokonzerte geben. Nach dem gleichen girlandenhaften Prinzip ist am Sonntag die Geigerin Susanne Zapf zwischen den Konzerten zu hören. Diese "Einfälle" bereichern das Gesamtprogramm durch Solostücke von Alvin Lucier, Rama Gottfried, Yoav Pasovsky, Stefan Streich, Cathy van Eyck und Walter Zimmermann.

Eine Gruppen-Einfall bildet der finnischen Akkordeonisten Timo Kinnunen zusammen mit Daniel Göritz (E-Gitarre) und Matthias Bauer (Kontrabass). In amüsanten Improvisationen über ein bulgarisches Volkslied, über Tango und über Musik von Purcell grätschen sie am Sonntag immeer wieder in den Konzertverlauf..

Die "Einfälle" innerhalb der Konzertprogramme sind Unterbrechungen, die im Gesamtablauf sowohl kommentierende, als auch ergänzende Funktion haben. Die Reihung fester Konzertblöcke wird durch Unterbrechungen und sanfte Übergänge relativiert.

 

Pressekontakt
Ulrike Philippi
Tel. 030 / 90 298 14 39,
E-Mail: Ulrike.Philippi@ba-fk.verwalt-berlin.de

 

Die Klangwerksatt 2009 wird veranstaltet vom Klangwerkstatt-Berlin e.V.
in Zusammenarbeit mit der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg,

Gefördert und ermöglicht durch
die Initiative Neue Musik Berlin (INM berlin)

und mit freundlicher Unterstützung des
Musikschule Hans-Werner-Henze Marzahn-Hellerdorf
Elektronisches Studio der HfM Hanns Eisler
Künstlerhaus Bethanien